Nicht alle Ernährungsregeln gelten für jedes Alter.

Während in der Jugend oder zumindest in der Ernährungslehre vor nicht mal 5 Jahren die Devise galt: soviel rohes Gemüse und Getreide wie möglich, ist spätestens mit den Wechseljahren Vorsicht geboten (bei vielen Frauen aber schon viel früher). Mit nachlassendem Östrogen scheint die Empfindlichkeit des Verdauungstraktes zuzunehmen. Besonders rohes Gemüse und Getreide (wie Müsli) werden von vielen Frauen nicht mehr so gut vertragen. Hier gilt es, auf sanft gegarte Speisen (gedämpft, gedünstet) umzusteigen. Es muss ja nicht gleich alles zu Brei gekocht werden - die asiatische Küche gibt hier gute Vorbilder.

     Ernährung in den Wechseljahren

Der Körper braucht in den Wechseljahren andere Nahrung

Kommt man in die Wechseljahre, ändern sich oftmals die Bedürfnisse des Organismus an die Nahrung. Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Gemüse, Obst, Milch- und Vollkornprodukten, ist, wenn sie gut vertragen wird, eine wichtige Unterstützung für den Stoffwechsel. gesunde Ernährung

In der zweiten Lebenshälfte, in der die Regenerationskräfte langsam nachlassen, ist die Qualität der Nahrung um so entscheidender.

Der Körper braucht in den Wechseljahren weniger Nahrung und hält meist hartnäckig am vorhandenen Gewicht fest. Abnehmen wird daher mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Wer in den Wechseljahren weiter so viel isst wie bisher, wird zwangsläufig zunehmen - im Schnitt ein knappes Kilo pro Jahr.

Gleichzeitig ist der Organismus jetzt aber mehr als je zuvor auf Vitalstoffe aus der Nahrung angewiesen, da wichtige Schutzhormone (wie Östrogen) mit den Jahren weniger werden.

Man nimmt  heute an, dass sowohl essentielle Fettsäuren als auch E-Vitamine (vorhanden in guten pflanzlichen Ölen) unter anderem an der Produktion der Hormone beteiligt sind.
 

Empfehlenswerte Öle sind:
Leinöl, Weizenkeimöl, Walnussöl, Kürbiskernöl und Olivenöl.

Leinöl enthält höchste Anteile lebenswichtiger Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren.
Es hat wesentlich mehr ungesättigte Fettsäuren (Omega-Fettsäuren) als z.B. Fisch oder Lebertran. Fisch und Lebertran wurden bei uns immer als 1a Lieferanten dieser essentiellen Fettsäuren gepriesen. Dabei ist Leinöl der wesentlich bessere Lieferant. Und es weist eine wesentlich bessere Klimabilanz auf als der Fischfang, die Fischverarbeitung und der Fischtransport. Zudem sind die Meere  überfischt, die Fische  vielfach mit Schwermetallen belastet.

Mittlerweile wurde in Studien nachgewiesen, dass hochwertiges Leinöl, Leinsamen und Leinmehl den Cholesterinspiegel und den Blutdruck senken, einen positiven Einfluss auf Herz und Kreislauf haben und sogar Darm- und Brustkrebs vorbeugen (das Deutsche Krebszentrum empfiehlt Leinöl und Leinsamen zur Vorbeugung gegen Brust- und Darmkrebs).

Leinöl scheint sogar einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Arthrosen zu nehmen; die Liste der wunderbaren Wirkungen ist schier unendlich, fast monatlich werden neue Wirkungen bekannt.

Im Leinsamen sind sehr effektive Phyto-Östrogene, so genannte Lignane, enthalten.

Neueste Studien weisen darauf hin, dass Frauen, die einen hohen Anteil an Phyto-Östrogenen mit der Nahrung zu sich nehmen, weniger Wechseljahrsbeschwerden haben.

Phyto-Östrogene befinden sich in über 300 Pflanzenarten, wie in Leinsamen, Sojaprodukten, Alfalfa, Weizen, Granatapfel, Papaya, Hopfen (Bier), Rhabarber, Kirschen, Weißkohl, Hülsenfrüchten etc. Deshalb sollte mit zunehmendem Alter auch überwiegend pflanzliche Nahrung (Gemüse und Obst) in den Ernährungsplan integriert werden. Früher wurden häufig Sojaprodukte als  bester Lieferant für Phyto-Östrogene (Wechseljahrsbeschwerden, Knochendichte/Osteoporose etc.) angepriesen. Heute ist dies eher umstritten (Allergien, Wirkungslosigkeit, politisch inkorrekter Anbau, klimamäßig sehr schlechte Bilanz). Dagegen rücken Leinsamen, Leinöl und Leinmehl immer mehr in den Fokus als hervorragende „europäische Alternative”.

 

Die Verdauung wird mit zunehmendem Alter empfindlicher, viele Sachen werden nicht mehr so gut vertragen wie mit jüngeren Jahren. Insbesondere stellen viele Frauen eine höhere Unverträglichkeit gegen Zucker, Milchprodukte, Hefe und manchmal auch gegen manche Getreidearten fest. Blähungen, Flatulenz, Obstipation, ein verhärteter gespannter Oberbauch nach dem Essen oder direkt folgende Übelkeit nach dem Essen sollten Anlass sein, für eine Zeit die verdächtigen Nahrungsmittel wegzulassen und zu schauen, ob die Beschwerden dann nachlassen. Insbesondere wird vermutet, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Hitzewallungen und der Zufuhr von einfachem (z.B. raffiniertem) Zucker oder Alkohol (Alkohol ist einfacher Zucker in anderer Form) besteht.

Eigentlich sollte es überflüssig sein zu erwähnen, dass Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, fettes, unausgewogenes Essen und Bewegungsmangel den Alterungsprozess beschleunigen und natürlich auch negative Auswirkungen auf das körperliche Erscheinungsbild haben.

 

Viele Infos über Leinsamen und Leinöl:

(klicken Sie hier)

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Soja-Produkte

Sie lassen sich gut in den täglichen Speiseplan einbauen und sorgen  für bessere Cholesterin- und Fettwerte. Noch vor ein paar Jahren wurden sie als ideale Nahrungsergänzung für Frauen in und nach den Wechseljahren empfohlen, da Soja-Extrakte  einen hohen östrogen-ähnlichen Anteil besitzen sollen.
Von dem Versuch einer alternativen Östrogen-Therapie mit Sojaprodukten (wie etwa Nahrungsergänzungs-Kapseln mit Soja-Isoflavonen) wird aber heute eher abgeraten. Zwar weiß man, dass Asiatinnen, die viel Soja mit ihrer täglichen Nahrung zu sich nehmen, weit weniger unter  Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen leiden
Wie da jedoch genau die Zusammenhänge sind, ist noch nicht analysiert. Da vermutet wird, dass nur 1/3 aller Menschen überhaupt in der Lage sind, aus Soja Hormone zu metabolisieren und Soja-Hormone unter Umständen völlig unerwartete Wirkungen am Östrogenrezeptor entwickeln, ist die Therapie mit Soja-Präparaten inzwischen eher umstritten. Auch zeigte es sich, dass Soja nicht  von allen Menschen gut vertragen wird.

Heute gelten die Phytoöstrogene aus dem Leinsamen als die weit bessere Alternative.

 

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