Testosteron sowie auch die anderen Androgene sind ein natürlicher Bestandteil des weiblichen Körpers, genauso wie auch weibliche Hormone im männlichen Körper gebildet werden.
Sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper kommen, natürlich in gänzlich unterschiedlichen Konzentrationen - vier Androgene vor:
Frauen produzieren kleinere Mengen Androgene in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde.
Wenn die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben, werden Androgene der Nebenniere im Fettgewebe verstärkt in Östradiol und Östriol umgewandelt, um einen Rest-Östrogenspiegel zu gewährleisten.
Dennoch nimmt der Einfluss der Androgene mit dem Ende der Östrogen- und Progesteronproduktion in den Wechseljahren zu. Der verstärkte Einfluss männlicher Hormone kann z.B. zu einer verstärkten Körperbehaarung (Bartwuchs, Damenbart, Haare auf der Brust) führen. Solche Veränderungen sind jedoch selten und hauptsächlich bei veranlagungsbedingt hohem Androgen-Spiegel zu beobachten.
Der Testosteronspiegel sinkt bei der einen Frau in den Wechseljahren, während er bei der anderen steigt.
Auch bei anhaltendem Stress (sowohl physisch als auch psychisch) kann es durch eine Überlastung der Nebenniere zu einem jähen Testosteronabfall kommen.
Das Testosteron spielt nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen eine nicht unwesentliche Rolle für die Freude an Sex. Durch den schwankenden Hormonspiegel in den Wechseljahren kann es bei Testosteronmangel zu einem empfindlichen Verlust der Libido kommen. Bei anderen Frauen in der Menopause wiederum steigert sich die Freude am Sex, weil sich der Anteil an Testosteron im Verhältnis zum Östrogen erhöht.
Wenn ein Testosteronmangel vorliegt, ist der Gewinn einer Testosteron-Substitution ein erhöhtes sexuelles Interesse, ein besserer Muskeltonus und eine optimistischere Stimmung.
Bei Libidoverlust wird normalerweise in erster Linie ein Testosteron-Mangel vermutet. Aber es ist nachgewiesen, dass bei vielen Frauen der Rückgang der Libido auch auf einem Östrogenmangel beruhen kann, während ihr Testosteronspiegel normal ist.
Auf jeden Fall sollte vor einer Testosteron-Einnahme, z.B. aufgrund Rückgang der Libido, ein Speichel- oder Bluttest auf freies, ungebundenes Testosteron gemacht werden.
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