Libidoverlust

Was kann zu Libidoverlust führen?

Allein schon das Bewusstsein vom Wandel, von der endenden Phase der weiblichen Fruchtbarkeit, führen bei einigen Frauen zu Selbstzweifeln und einem vermindertem Selbstwertgefühl.

Oftmals wird in der Literatur über die Wechseljahre auch die nachlassende Attraktivität und Jugendlichkeit (Hautalterung, Gewichtszunahme, Figur ändert sich) als Grund für Depressionen und damit verbundener verminderter Libido genannt. Allerdings sollte man sich eines vor Augen halten: Nachweislich sind die meisten Frauen insbesondere in ihrer jungen Phase ihres Lebens zwischen 15 und 25 Jahren am meisten unzufrieden mit ihrem Aussehen, also gerade da, wo sie jugendlich sind, pralle Haut haben, besonders fruchtbar sind; in der Phase, in der sie die stärksten weiblichen Sexualattribute aufweisen.

‘Bin ich noch eine richtige Frau?’ - diese Frage führt bei vielen Frauen viel mehr zu Selbstzweifeln, wenn der monatliche Zyklus nachlässt. Diese Frage stellen sich  insbesondere die Frauen, die ungewollt kinderlos geblieben sind und sich nun von ihrem Traum verabschieden müssen. Ebenso nimmt die regulative Phase des Monatszyklus, das gewohnte Auf und Ab im körperlichen und seelischem Befinden  manchen Frauen ein Geborgenheitsgefühl in einem zeitlich wiederkehrenden  Rahmen. Das Fehlen des Monatszyklus wird als ein Absterben interpretiert, etwas ist nicht mehr da und meldet sich nicht mehr. Für viele Frauen scheint eine Phase  eingetreten zu sein, in der das Alter mit Riesenschritten näher rückt.

Der  häufigste Grund für sexuelle Unlust liegt aber in einem vorübergehenden Hormonungleichgewicht, das während der Wechseljahre häufig vorkommt und nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn kräftig durcheinander bringt.

Testosteronmangel

Das ständige Auf und Ab der Hormone kann dazu führen, dass zeitweilig  der Testosteronspiegel absinkt. Testosteron sowie auch die anderen Androgene sind  ein natürlicher Bestandteil des weiblichen Körpers, genauso wie auch weibliche Hormone im männlichen Körper gebildet werden. Testosteron steigert auch bei Frauen die sexuelle Begierde und Aktivität und erhöht die Sensivität der erogenen Zonen und die Häufigkeit der Orgasmen. Steht zu wenig Testosteron zur Verfügung, dann wird das Lustzentrum im Gehirn nicht stimuliert; die Lust bleibt aus und lässt sich nur schwer entfachen.

Ein Hormontest auf freies, ungebundenes Testosteron bringt hier schnell Klarheit.

Aber es gibt auch die andere Seite: Bei einigen Frauen steigt die Freude am Sex an, weil sich der Anteil an Testosteron im Verhältnis zum Östrogen erhöht.
 

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Auch fehlendes Östrogen kann manchmal die Ursache für sexuelle Unlust sein. Das Hormon Östrogen sorgt dafür, dass der vaginale Bereich gut durchblutet wird. Bei Mangel verschlechtert sich die Durchblutung des äußeren Intimbereichs, der Schamlippen und der Scheidenschleimhaut. Sie werden dadurch dünner, trockener und weniger elastisch. Die Vagina reagiert empfindlicher, was beim Geschlechtsverkehr leichter Brennen oder Schmerzen bereiten kann. Auch die sexuelle Empfindungsfähigkeit nimmt ab.
Hier empfiehlt sich eine lokal angewendete Östrogencreme, die speziell nur im vaginalen Bereich ihre Wirkung zeigt.

Aber auch eine Testosteroncreme kann manchmal gute Erfolge erzielen, weil auch sie die Muskulatur und das Scheidengewebe stärkt; sie empfiehlt sich insbesondere dann, wenn eine Östrogenanwendung aufgrund spezieller Risikofaktoren (Brustkrebsrisiko, Thrombosegefahr ...) vermieden werden sollte.

Gegen die Scheidentrockenheit speziell helfen auch Gleitcremes, die in Apotheken und gut sortierten Drogeriemärkten angeboten werden.

Unabhängig von alldem sollte man in den Wechseljahren sein Sexualleben aufpolieren. Sprechen Sie mit ihrem Partner über ihre Bedürfnisse. Lassen Sie sich viel Zeit für ein zärtliches und liebevolles Vorspiel. Denken Sie einmal zurück an die Zeit der Pubertät, wie spannend es war, sich und das andere Geschlecht zu entdecken. Diese Einstellung kann in den Wechseljahren zu ganz neuen, faszinierenden Erfahrungen führen. Nicht selten erübrigt sich das Problem der Scheidentrockenheit dann von allein.

Denn grundsätzlich  gilt:  Frauen im Klimakterium können genauso feucht werden wie vorher, es dauert oftmals nur länger - und natürlich vorausgesetzt, die sexuelle Erregung stimmt.

 

 

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