Am Rande:

Presseerklärung des Berufsverbandes der Gynäkologen Niedersachsen vom September 2002 : Wechseljahre sind eine Krankheit und nicht natürlich. Sie sind von Menschenhand geschaffen. Frauen wurden um 1897 nur um die 38 Jahre alt. Eine Hormonersatzbehandlung bedeutet daher eine Zurückversetzung der Frau in ihren ‚Naturzustand’.“

Untersuchungen zufolge leiden diejenigen Frauen am stärksten, die sich dem neuen Lebensabschnitt ohne eigene Ziele und Perspektiven gegenübersehen . Die Anzeichen der Wechseljahre, wenn sie sich nachdrücklich bemerkbar machen, können Anlass sein, über das bisherige Leben Bilanz zu ziehen und über Veränderungen nachzudenken.
(Schultz-Zehden 1997b)

Die unterschiedliche Sicht der Wechseljahre und der Menopause in verschiedenen Kulturen

Das Ende der Menstruation und damit das Ende der Fortpflanzungsfähigkeit ist nicht in allen Kulturen so negativ bewertet wie bei uns.

Für manche Frauen in der außereuropäischen Welt bedeutet diese Phase einfach nur eine Erleichterung, weil Befreiung von menstruellen Problemen, von Schwangerwerden und von den zeitintensiven Verpflichtungen im Heim.

In Japan wird die Menopause nicht wie bei uns als einschneidendes und dramatisches Ereignis, sondern als ein natürliches Element im fließenden Prozess des Älterwerdens begriffen.

In einigen asiatischen Ländern ist mit den Wechseljahren sogar der Übergang in eine spirituellere Lebensphase verbunden.

Mancherorts dürfen Frauen ab der Menopause Dinge tun, die ihnen vorher nicht erlaubt waren. So schränkt die Menstruation im hinduistischen und im muslimischen Glauben die Teilnahme an religiösen Aktivitäten stark ein. Von diesem ‘Laster’ endlich befreit, genießen die Frauen eine stärkere religiöse Freiheit und besitzen von daher eine positive Einstellung gegenüber der Menopause.

Unter solchen kulturellen Rahmenbedingungen sind die Wechseljahre nicht nur nicht bedrohlich, sondern haben sogar etwas Verlockendes.

Und ein Weiteres: In Kulturen, in denen der soziale Status der Frau mit zunehmendem Alter steigt wie beispielsweise in Indien, erleben Frauen deutlich weniger Wechseljahrsbeschwerden. I

 

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asiatisch 302

In Asien gibt es weniger Wechseljahrsbeschwerden

Für uns Westeuropäer scheint es eine unausweichliche Tatsache, dass Hitzewallungen und Schweißausbrüche zu den Wechseljahren gehören. Dabei sind sie aber global gesehen keine universellen Phänomene. So haben die Kultur vergleichenden Studien von Margret Lock gezeigt, dass bis vor wenigen Jahren in Japan Hitzewallungen nahezu unbekannt waren. Und das es  im Japanischen, obwohl sonst reich an Wörtern, die sich auf den Körper und Körpervorgänge beziehen, noch nicht einmal einen Begriff für dieses Phänomen gibt. Nicht, dass japanische Frauen überhaupt nicht an Wechseljahrs-beschwerden litten, die Leitsymptome dort sind allerdings andere, nämlich steife Schultern und Klingeln in den Ohren (Lock 1986). Zudem wird die Menopause in dieser Kultur nicht wie bei uns als einschneidendes und dramatisches Ereignis, sondern als Element im Prozess des Älterwerdens begriffen.

Auch werden die Wechseljahre längst nicht in allen Kulturen negativ bewertet. In einigen asiatischen Ländern ist damit der Übergang in eine spirituellere Lebensphase verbunden, in anderen Ländern dürfen Frauen ab der Menopause Dinge tun, die ihnen vorher nicht erlaubt waren. Unter solchen kulturellen Rahmenbedingungen sind die Wechseljahre nicht nur nicht bedrohlich, sondern haben sogar etwas Verlockendes.

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