Nicht jede Frau hat die gleichen Symptome in den Wechseljahren

Den normalen Verlauf der Wechseljahre gibt es nicht, sowohl was den Ablauf, die Art der Symptome als auch die Dauer anbelangt.

Während die eine Frau mit 42 Jahren schon gravierende Zyklusschwankungen verspürt (mal dauert der Zyklus nur 22 Tage, dann über 50 Tage), bemerkt die andere womöglich den Eintritt in die Wechseljahre erst mit 48 durch plötzlich auftretende Hitzewallungen. Eine dritte ist nur reizbar und ungeduldig und schiebt diese emotionalen Wechselbäder eher dem Stress in der Arbeit zu als hormonellen Veränderungen zu.
Dabei machen nicht jeder Frau  die Wechseljahre zu schaffen;   ca. 1/3 der Frauen haben überhaupt keine Beschwerden.

Der Beginn der Wechseljahre liegt in der Regel schon viel früher, lange bevor die ersten Symptome auftreten können. Im Grunde beginnt er meistens so um die 37 mit beschleunigtem Follikelverlust in den Eierstöcken. Zwar beginnt der Eibläschen-Abbau bereits schon nach der Geburt und schreitet stetig voran (schon bei Eintritt der ersten Periode haben wir nur noch einen Bruchteil der ursprünglich mal ca. 2 Millionen Eizellen), aber mit Eintritt in die Wechseljahre legt er noch mal an Tempo zu. Zudem lässt auch die Funktionstüchtigkeit der Eibläschen rapide nach. Störungen sind vorprogrammiert.

Mit der zeitweiligen Verzögerung der Follikelreife gerät die komplizierte Hormonsteuerung aus der Balance. Diese Störung kann sich in den unterschiedlichsten Symptome ausdrücken.


 

Zyklusschwankungen

Kürzere Zyklen
Bei vielen Frauen (aber nicht bei allen) verkürzt sich der Zyklus zunächst einmal bei Eintritt in die Wechseljahre. Eine Länge von um die 22 Tage kann dann durchaus normal sein. Auch die Blutung wird schwächer. Der Grund dafür kann sein, dass die Eibläschen nicht vollständig zur Reife gelangen und schon vorzeitig ausgestoßen werden. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht so stark auf, da die Versorgung mit Progesteron (dem Gelbkörperhormon) verkürzt auftritt. Die Blutung setzt früher ein.
 

 

 

Längere Zyklen

Bei einem längeren Zyklus gelangt ein Einbläschen zwar zur Reife, setzt dann aber einfach aus. Es findet kein wirklicher Eisprung statt, sondern nur eine sogenannte pseudo-ovulatorische Veränderung des Eis. Aber der Körper reagiert ähnlich, als hätte ein Eisprung stattgefunden. Der Gelbkörper produziert Progesteron, und das über einen längeren Zeitraum hin und stimuliert somit den Aufbau von sehr viel Gebärmutter-schleimhaut. Der Körper wartet auf die Meldung, ob das Ei sich in der Gebärmutter eingenistet hat oder nicht. Aber da das Ei sozusagen pausiert, passiert erst mal gar nichts. Dadurch kann es dann zu einem sehr lange anhaltenden prämenstruellen Syndrom kommen (PMS: Spannungen und Schmerzen in den Brüsten, Reizbarkeit, Müdigkeit, Kopf- und  Rückenschmerzen). Irgendwann wird die Eihülle dann doch abgestossen, der Progesteronspiegel sinkt plötzlich und die Menstruationsblutung tritt endlich ein. Da sich in dieser Zeit aber sehr viel Gebärmutterschleimhaut aufgebaut hat. fällt die Blutung sehr stark aus und kann auch deutlich länger dauern.

Längere und kürzere Zyklen können sich durchaus abwechseln.
 

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Schmierblutungen

Normalerweise beginnen mehrere Follikel den Reifeprozess, aber am Ende bildet sich nur ein dominantes Eibläschen aus, welches dann den Eisprung begeht. In den Wechseljahren kann es passieren, dass sich kein dominantes Eibläschen ausbildet. Es bildet sich keine Gelbkörperhülle und damit erfolgt auch keine Progesteronproduktion. Die Gebärmutterschleimhaut wird nur vom Östrogen stimuliert, ist damit weniger stabil und es kann vorkommen, dass sich hin und wieder kleine Stückchen davon ablösen. Das sind die Schmierblutungen.
 

 

Aussetzen der Regel

Gegen Ende der Wechseljahre kann es öfters vorkommen, dass kein überlebensfähiges Follikel zur Reife gebracht wird. Damit fällt die Östrogenproduktion in den Eibläschen stark ab, auch die Progesteronproduktion wird stark minimiert. Es kommt zu keinem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und zu keiner Blutung. Aber die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert jetzt verstärkt das Steuerhormon FSH, um doch noch eine Eireifung zu stimulieren. Bis das gelingt, können manchmal mehrere Monate vergehen.
 

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Woran merkt man den Östrogen-Mangel?

Östrogen wirkt wie ein Jungbrunnen auf die Haut und auf das Gewebe. Es ist verantwortlich für die ‘typisch weiblichen Formen’ und die zarte, pralle Haut.

Im Laufe der Wechseljahre nimmt der Östrogenspiegel langsam ab. Er sinkt jedoch nicht vollkommen auf Null, denn Östrogen wird nicht nur in den Eierstöcken, sondern auch in der Hypophyse, in den Fettzellen und in anderen Drüsen produziert. Anfangs der Wechseljahre kommt es häufig sogar zu einem Östrogenüberschuss.

Wenn das Östrogen weniger wird, zeigt sich das am deutlichsten am Erscheinungsbild der Haut. Über der Oberlippe bilden sich die ersten senkrechten Fältchen. Die Haut erscheint trockener und dünner, oftmals auch empfindlicher. Die Elastizität der Haut nimmt ab, weil sich die Kollagenfasern zurückbilden. In diesem Stadium sollte man die Haut  mit einer geeigneten Hautpflegecreme unterstützen. Und auf jeden Fall viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit das gesamte Erscheinungsbild wieder praller wird und die Hautzellen mit Feuchtigkeit versorgt werden können.

Auch das Bindegewebe wird schlaffer und dünner: gegen Ende der Wechseljahre verändert sich der Busen, er ist weniger elastisch, wird größer und weicher und nimmt die typische Birnenform an.

Die Schleimhäute und das Muskelgewebe der Scheide werden nun weniger gut durchblutet, damit auch weniger gut versorgt, manche Frauen leiden unter Scheidentrockenheit; die Muskulatur der Scheide und des Harntraktes erschlaffen etwas, es kann zu Gebärmuttersenkungen kommen. Damit droht die Gefahr von Blasenschwäche. Hier sollte man auf jeden Fall mit Beckenbodentraining dagegen arbeiten (siehe “Therapien und Selbsthilfe).
 

>> Beckenbodentraining

 

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Hitzewallungen

Das Auf und Ab der Hormone während der Wechseljahre führt bei vielen, aber nicht bei allen Frauen früher oder später zu Hitzewallungen. Schuld ist die nachlassende Östrogenproduktion in den Eierstöcken. (Aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, dadurch gestaute Lymphe und Venen und eine falsche Ernährung können Hitzewallungen auslösen)

Im Stammhirn (Hypophyse), wo die Hormonsteuerung stattfindet, liegt zugleich auch das Temperaturzentrum des Körpers. Die Überreizung und die wechselnden Hormonspiegel können nun eine ‘Fehlinterpretation’ der Außentemperatur verursachen. Das Temperaturmeldezentrum meldet ‘Hitze’ und steuert sofort dagegen, indem die Adern geweitet  und die Schweißdrüsen aktiviert werden. Die Haut rötet sich leicht. Es fühlt sich an, als wenn von einem Punkt aus (oftmals beginnend an der Stirn oder auf der Brust) eine heiße Welle durch den Körper läuft. Das ist besonders nachts sehr unangenehm - man wacht aus dem Schlaf auf, das Herz scheint zu rasen, der Körper brennt und nicht selten ist das ganze Bett vom Schweiß durchnässt.

Eine Hitzewallung dauert meist nur kurz, auch wenn sie uns länger vorkommt; selten länger als 1 Minute. Manchmal folgen aber auch mehrere Wallungen aufeinander.

Oftmals folgt den Hitzewallungen dann das Frösteln: der Körper hat die Hitze erfolgreich bekämpft, indem er das eigene Kühlsystem eingeschaltet hat. Das, was im Hochsommer so erfolgreich funktioniert, bringt uns in den Wechseljahren um den Schlaf und sorgt während der Arbeit für viele unangenehme Stunden.

Normalerweise geben sich die Hitzewallungen von selbst nach 1-2 Jahren, wenn der Körper sich langsam einspielt auf die geänderte Hormonlage. Manchmal setzen die Hitzewallungen vorübergehend auch aus, um dann nach ein paar Jahren noch einmal wiederzukommen.

 

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Mittel gegen Hitzewallungen

Das Patentmittel gegen Hitzewallungen gibt es nicht.

Wer  unter starken Hitzewellen leidet, der sollte nicht zögern, zu Hilfemaßnahmen zu greifen.

Dies kann beim Umstellen der Ernährung beginnen:
Kohlenhydrate meiden (auch Alkohol, denn Alkohol ist Zucker pur). Nicht zu spät essen, viel Gemüse und pflanzliche Hormone in die Ernährung integrieren (Sojamilch, Tofu, Brokkoli, Leinsamen etc.).

Es gibt inzwischen sehr erfolgreiche Medikamente mit pflanzlichen Hormonen auf dem Markt, die eine weit sanftere Wirkung zeigen als die Ersatzhormone. Ein anerkannter pflanzlicher Wirkstoff ist die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), auch indianische Frauenwurzel oder Wanzenkraut genannt.
Sie hilft nicht nur bei Hitzewallungen, sondern zeigt sich auch bei  Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmungen gut wirksam; sie begünstigt die Schlafqualität, verbessert den Knochenaufbau und beeinflusst die Psyche positiv. Unerwünschte Wirkungen, wie man sie von Östrogenen kennt, wie z. B. Bluthochdruck, Migräne und ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, werden bei Präparaten aus dem Extrakt der Traubensilberkerze nicht beobachtet. Allerdings sollte man damit rechnen, dass es meistens bis zu 6 Wochen Vorlaufzeit braucht, bevor die positiven Wirkungen einsetzen.

In manch schweren Fällen helfen nur Hormontherapien, insbesondere dann, wenn die Hormonspiegelsenkungen sehr drastisch sind.

Wenn die Beschwerden nicht zu stark sind, hilft es meist schon, sich entsprechend zu kleiden. Eine Frau, die Hitzewallungen hat, merkt selbst sofort, welche Kleidung angenehm und praktisch ist.  Sie wird lockere, luftdurchlässige Kleidung aus natürlichen Fasern vorziehen und Synthetik meiden. Und die Kleidung so arrangieren, dass bei aufkommender Hitze schnell mal ein Teil abgelegt werden kann. Ein ähnliches Prinzip gilt für die Nachtwäsche und die Bettdecke. Oftmals sind zwei Decken besser als eine, und auch hier gilt: locker, luftdurchlässig, Synthetik meiden.

 

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