Ratgeber Wechseljahre 130pix

Der kompakte  Ratgeber
“Wechseljahre. Die typischen Symptome und Beschwerden
...  und was man dagegen tun kann”.

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Begriffsverwirrung:

Hormonersatztherapie oder Hormonzuführung

Vielfach wird bei der Hormonbehandlung von Hormonersatztherapie gesprochen. Dieser Ausdruck ist in mancher Hinsicht irreführend, denn es wird der Anschein erweckt, es würden die bislang selbst produzierten Hormone von anderen ersetzt.
Der wirkliche Sachverhalt ist komplizierter.Hormontherapie Wechseljahre

Im Körper herrscht ein sensibles Gleichgewicht zwischen den 3  Sexualhormonen der Östrogene,  der Androgene und  der Gestagene (Progesteron, das Gelbkörperhormon). Nimmt ein Hormon ab, so kann es leicht passieren, dass ein anderes die Oberhand gewinnt. So halten sich z.B. die Hormone Progesteron und Östrogen gegenseitig in Schach;  sinkt beispielsweise der Spiegel des Gestagens “Progesteron” (des Gelbkörperhormons) ab, so führt das zu einer Östrogendominanz. Um eine Hormonbalance wieder herzustellen, ist eine abgestimmte Zufuhr der fehlenden Hormone nötig.

Der gesamte Hormonspiegel muss sozusagen neu eingestellt werden, indem die fehlenden Substanzen zugeführt werden. In diesem Sinne ist der Ausdruck Hormonzuführung, treffender.

 

Wer braucht Hormone

Mutter Natur hat es ursprünglich so eingerichtet, dass keine Frau in den Wechseljahren zusätzliche Hormone braucht. Der Hormonrückgang ist ein natürlicher Umstellungsprozess im Leben und er bedeutet nicht, dass die gesamte Hormonproduktion vollkommen zurückgefahren wird. Der Körper produziert bei den meisten Frauen bis ins hohe Alter hinein Hormone. Nur die Zusammensetzung und die Konzentration ändern sich.

Die hauptsächlichen Probleme während der Wechseljahre entstehen nicht durch gänzliches Fehlen bestimmter Hormongruppen, sondern durch die Schwankungen des Hormonspiegels. Dies führt zu den bekannten Beschwerden wie Hitzewallungen, Aufgeschwemmtsein, Gereiztheit. Bei starken Beschwerden kann hier manchmal die zusätzliche Gabe von Hormonen sinnvoll sein - sofern sie fein dosiert und auf die wirklichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Insbesondere in den Fällen, in denen die sanfteren Mittel wie Phytohormone nicht wirken, sollte ein Facharzt aufgesucht werden, der vor der Therapie zunächst einen Hormontest durchführen wird. Ideal ist es, wenn Frauen bereits vor Beginn ihrer Wechseljahre ihren individuellen Hormonspiegel analysieren lassen. Denn dieser ist nicht bei jeder Frau gleich. So kann später leicht festgestellt werden, welches Hormon abgesunken ist und zugeführt werden muss, um die persönliche Balance wieder zu erlangen.

 

Die Vorteile der Hormonsubstitution

liegen in der schnelleren und stärkeren Wirkung. Während in der Therapie mit Phytohormonen meist mit einer Umstellungszeit von 4-6 Wochen gerechnet werden muss, bis die gewünschte Wirkung eintritt, spürt man die Wirkung der Hormonsubstitution sofort.
Insbesondere bei speziellen Problemen wie Scheidentrockenheit, Verdünnung des urigenitalen Gewebes, damit verbundenem ungewollten Harnabgang kann die gewünschte Wirkung sofort und effektiv durch den lokalen Einsatz niedrig dosierter Salben und Gels erreicht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass man den Hormonspiegel durch einen Hormontest vorher bestimmt hat.

 

Die Nachteile der Hormonsubstitution

liegen aber ebenfalls in der schnellen und stärkeren Wirkung. So wie die Hormonzuführung gern gegen die Beschwerden angewandt wird, wird sie leider gerade auch oft wegen daraufhin auftretender Beschwerden wieder abgesetzt. In manchen Fällen empfinden Frauen nach der Behandlung stärkere Beschwerden als vorher.
Der Grund liegt darin, dass die richtige Dosierung oftmals nicht sofort gelingt. In dem einen Fall ist die Dosierung zu stark, in dem andern Fall wird gar das falsche Hormon zugeführt und eine bestehende Dominanz noch verstärkt. In den meisten Fällen muss mit verschiedenen Anwendungen experimentiert werden, bis die am besten verträgliche Therapie gefunden ist.

Auch sind gerade bei der traditionellen Form der Hormontherapien die Risikofaktoren immer noch nicht ganz geklärt. Gerade in der Anwendung der so genannten natürlichen Östrogene aus Stutenurin wurden viele Risikofaktoren indiziert, wie höheres Risiko für Brustkrebs oder in der ersten Phase der Einnahme ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt. Synthetisches Progesteron kann das Risiko für Arterienverkalkung und Venenthrombosen vergrößern.

In der Folgezeit der Hormontherapie wurden leichtere Hormonanwendungen entwickelt, die eine bessere Verträglichkeit und weniger Nebenwirkungen versprechen. Leider sind die Langzeitstudien noch nicht abgeschlossen, so dass noch keine hundertprozentig verlässlichen Aussagen über die Risiken gemacht werden können.

(siehe auch: Risikofaktoren in der Hormontherapie)

 

Die Vorteile von Phytohormonen

Phytohormone können in zwei Richtungen wirken. Sie docken an den Hormonrezeptoren und stimulieren diese auf ähnliche, aber schwächere Weise wie die körpereigenen Hormone. Dadurch wirken sie sozusagen ausbalancierend auf den  Hormonhaushalt. Z.B. bei Östrogenüberschuss, was oftmals gerade zu Beginn der Wechseljahre vorkommt, bewirkt die Zugabe von Phytoöstrogenen (z.B. Lingane in Leinmehl oder Leinsaatschrot) eine sanfte Abschwächung des Östrogenspiegels, da die Rezeptoren teilweise von den schwächeren Phytoöstrogen bedient werden. Das wirkt sich günstig aus bei der Gefahr von Brustkrebs (übermäßiges Wachstum des Brustgewebes) oder anderen östrogenstimulierten Krankheits- und Beschwerdebildern. Bei Östrogenmangel dagegen (was meist in der späteren Phase der Wechseljahre vorkommt) werden die Östrogenwirkungen auf sanfte Weise stimuliert, damit die gewünschten Östrogenwirkungen im Körper anregt (Schleimhäute befeuchtet, Schleimhautgewebe gefestigt und stabiler, Hautbild verbessert). Und insbesondere bei Beschwerdebildern, die auf einer Hormonschwankung beruhen (wie Hitzewallungen bei instabilem Östrogenspiegel), kann die Gabe von Phytohormonen durchaus sinnvoll sein.

Bei Phytoprogesteronen häufen sich sogar in jüngster Zeit die Anzeichen, dass sich diese im Körper sehr ähnlich wie das körpereigene Progesteron verhalten, und damit die gewünschten Reaktionen an den Progesteron-Rezeptoren annähernd durch Phytoprogesterone (z.B. aus Yams) stimuliert  werden können.

 

Die Nachteile von Phytohormonen

Die Wirkung ist nicht so stark wie bei den körpereigenen Hormonen. Tritt ein Hormonmangel rapide auf, ist eine starke Stimulation gewünscht (was durchaus nach Operationen, etwas durch Entfernen der Eierstöcke geschehen kann), so ist evtl. eher die Gabe einer geeigneten Hormonsubstitution geraten, deren Zusammensetzung sich aus der Analyse des Hormonspiegels (zumindest das Verhältnis Östrogen - Progesteron - Testosteron zueinander) ergibt.

 

Pille, Pflaster oder Creme ?

Im natürlichen Prozess werden die Hormone in den Drüsen produziert und anschließend in das Blut abgegeben. Von dort gelangen sie in die verschiedenen Körpergewebe, wo sie ihre positiven Wirkungen entfalten.

In der Therapieform können Hormone oral (in Form von Pillen oder Tropfen), dermal (in Form von Salben/Cremes oder Pflastern) über die Haut oder aber über die Schleimhäute (z.B. vaginal über Vaginalcreme, Tampons oder etwa die Spirale) aufgenommen werden.

Im Fall einer oralen Aufnahme gelangen die Hormone über den Verdauungsweg in den Körper, genauer gesagt aus dem Darm über die Leber ins Blut. Auf Dauer bedeutet dies eine Belastung für die Leber und ist insbesondere bei Leberschäden oder -schwäche abzuraten. Aber es gibt auch viele Frauen, die diese Form der Anwendung besser vertragen als die dermale.

Im Fall einer dermalen Aufnahme gehen die Hormone direkt über die Haut ins Blut - also sozusagen den kürzeren Weg. Insbesondere bei der lokalen Anwendung (Östrogencreme bei Scheidenproblemen, Progesteronsalbe bei Brustspannen) ist das der schnellere und einfachere Weg. Aber manche Frauen reagieren mit Haut-Unverträglichkeiten auf die Cremes, Salben oder Pflaster. Jede Frau muss für sich den besten Weg finden.

 

Welche Hormonanwendungen gibt es?

Östrogensubstitution

Östrogen sinkt in der Regel erst in der späteren Phase der Wechseljahre ab. Bei den meisten Frauen sinkt zuerst das Progesteron ab, so dass ein Östrogenüberschuss entsteht. In diesem Fall muss Progesteron zugeführt werden.

In der Hormontherapie gibt es unterschiedliche Östrogenpräparate, und nicht alle sind gut verträglich.

Das erste Östrogenpräparat auf dem Markt war ein aus Stutenurin gewonnenes Östrogen. Es wird auch heute noch als natürliches Östrogen gehandelt, ist in Wirklichkeit aber dem menschlichen Körper eher fremd. Es wird nur sehr langsam umgesetzt, und bleibt sehr lange im Körper. Die beim Abbau freigesetzten Stoffe belasten den Körper.

Als besser verträglich gelten die bio-identischen Östrogene. Sie werden zwar synthetisch hergestellt (auf der Basis von Phytoöstrogenen), sind aber dem menschlichen Östrogen ähnlicher als das Pferdeöstrogen und werden von daher an den Östrogenrezeptoren schneller aufgenommen. Von daher können sie niedriger dosiert werden und zeigen insgesamt weniger belastende Nebenwirkungen.

 

Östrogen + Gestagen (Progesteron)

Wird nur Östrogen zugeführt, so kann es leicht zu einem zu einem übermäßigen Wachstum der Gebärmutterschleimhaut kommen.
Im natürlichen Zyklus gleicht der hormonelle Gegenspieler Progesteron die überbordenden Wirkungen des Östrogens aus. In den späteren Wechseljahren kommt es oftmals zu einem gleichzeitigen Mangel von Östrogen und Progesteron (meist geht erst der Progesteronspiegel zurück, später auch der Östrogenspiegel). Darum ist es oftmals sinnvoll, beide Hormone zu verabreichen.

Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, die Östrogenzufuhr so gering wie nur möglich zu halten und natürliches Progesteron (statt synthetischem Gestagen) zum Ausgleich zu nehmen.

 

Gestagen / Progesteron

Empfohlen in der Therapie bei Progesteronmangel wird heute mehr das natürliche Progesteron (Progesteron-Creme), da es in der Vergangenheit häufig Probleme mit dem synthetischen Gestagen gab, wie vermehrte Arterienverkalkung und Neigung zu Venenthrombosen.
Natürliches Progesteron gibt es sowohl als Creme als auch in Kapselform. Der Vorteil der Creme ist, dass das Hormon direkt in den Blutkreislauf gelangt, ohne den Umweg über den Verdauungstrakt und die Leber zu nehmen (die Leber wird nicht belastet).

Auch gegen manche Beschwerden, wie z.B. Schlafstörungen, wirkt das natürliche Progesteron besser als die synthetischer Form. Progesteron wirkt beruhigend auf das Zentralnervensystem und fördert den Schlaf.

Unter günstigen Bedingungen kann sich Progesteron auch in Testosteron umwandeln (wenn ein Testosteronmangel vorliegt). Deshalb ist es bei allgemein sinkendem Hormonspiegel vorteilhaft, eine natürliche Form des Progesterons zuzuführen.

 

Testosteron

Normalerweise wird Testosteron bei Frauen in geringen  Mengen von den Eierstöcken und der Nebennierenrinde gebildet.
Testosteron hat positiven Einfluss auf das Knochenwachstums und auf das Gewebe;  es ist bekannt dafür, die Muskelmasse zu vermehren und wird darum im Sportsektor gern als Dopingmittel eingesetzt. Es steigert die Eiweisssynthese und senkt den Cholesterinspiegel. 

Ein Testosteronmangel  in den Wechseljahren zeigt sich in erster Linie in Form von Libidoverlust, Vergrößerung der Brüste und Zunahme des Bauchfetts. Eher seltene Symptome sind Müdigkeit, Reizbarkeit  und Bindegewebsschwäche (Cellulite, Venenerkrankungen).

Die Anwendung erfolgt meistens in Form von Testosteroncreme oder -salbe.

Allerdings zeigen neuere Studien die Tendenz, das nicht nur Testosteron verantwortlich ist für die Libido. Bei Frauen mit sowohl niedrigem Östrogenspiegel als auch niedrigem Testosteronspiegel zeigte  eine alleinige Zuführung von Testosteron keine positive Wirkung in Hinsicht einer Libidosteigerung. Es scheint so, dass hier Östrogen und Testosteron zusammenspielen. Um eine positive Wirkung auf die Libido zu erzielen, muss ebenfalls ein ausreichend hoher Östrogenspiegel vorhanden sein.

 

DHEA

DHEA (Dehydroepiandrosteron) entstammt der Nebenniere und ist eine Vorstufe des Hormons, aus dem der Körper Testosteron bildet. Es wird von einigen Medizinern als Wundermittel gepriesen (Anti-Aging). In Deutschland ist DHEA als Arzneimittel für die Hormontherapie von den Kassen nicht zugelassen. Es werden teils negative Nebenwirkungen vermutet wie Haarausfall, Akne, unerwünschter Haarwuchs und eine tiefere Stimmlage (wenn der Testosteronspiegel zu stark ansteigt).

 

Risikofaktoren in der Hormontherapie

Die amerikanischen Studie ‘Women's Health Initiative Study’ aus dem Jahr 2002 brachte es ans Licht und ging um die Welt wie ein Lauffeuer: Die weltweit umfangreichste klinische Studie zur postmenopausalen Hormontherapie  mit 16.000 Teilnehmerinnen, die eigentlich den Nutzen der der kombinierten Oestrogen-Gestagen-Behandlung erforschen sollte, wurde nach 5 Jahren vorzeitig abgebrochen. Sie schockierte mit alarmierenden Ergebnissen:

Die Anwendung von Östrogen-Gestagen-Produkten verstärkt das Risiko von Brust- und Gebärmutterkrebs; zudem traten Herzinfarkt und Schlaganfall (Krankheiten, die durch die Therapie gemindert werden sollten) bei den Probanden vermehrt auf. Auch wurde das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung  nicht reduziert, wie vorher angepriesen.

Inzwischen gilt:

Kommt es zu eine Hormonbehandlung, sollten die Hormone so niedrig wie nur möglich dosiert werden.

Frauen, die zu der Risikogruppe gehören, sollte von der Hormonbehandlung ganz abgeraten werden.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei:

  • einer Tendenz zu Brustkrebs und Gewebeveränderungen in der Brust (Vorkommen in der Familie)
  • Tendenz zu Thrombosen und Venenentzündungen
     (Lungenembolien)
  • Tendenz zu Herzinfarkt oder Schlaganfall
    (Vorkommen in der Familie; vermehrt noch Zustand nach Herzinfarkt und Schlaganfall)
  • Endometriose (Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut- ähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutter);
    übermäßige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut

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